Unter dem Motto „Mehr Platz fürs Rad“ veranstalten die Kreis Pinneberger Ortsgruppen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) am Freitag, dem 3. Juni, zum dritten Mal die ADFC Bike Night. Die spätabendliche Fahrraddemo führt zum Haseldorfer Hafen und endet dort mit einem Mitternachtspicknick am Deich. Das am schönsten geschmückte Fahrrad wird prämiert.

Das Land Schleswig-Holstein hat einen Radverkehrsanteil von 30 Prozent bis 2030 als Ziel ausgerufen. „Damit wären wir im echten Norden nicht nur mit weitem Abstand Spitzenreiter in Deutschland, sondern auch auf Augenhöhe mit Ländern wie Dänemark und den Niederlanden“, meint Thomas Lippert, Mitglied der Wedeler ADFC-Ortsgruppe und Organisator der Demo. „Doch die bisherigen Anstrengungen reichen bei weitem nicht aus, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Die neue Landesregierung muss jetzt konsequent, mutig und ambitioniert die Weichen hin zu einer echten Mobilitätswende stellen.“ Dazu gehöre nicht nur die Bereitstellung deutlich höherer Fördermittel für den Radverkehr, sondern auch die Schaffung eines Ministeriums für Mobilität, das das Thema mit der nötigen Durchsetzungskraft vorantreibe.

Zudem fordert die Fahrradlobby deutliche Entlastungen für die Kommunen. „Die Kommunen haben teilweise große Eigenanteile zu schultern, wenn sie mit Fördermitteln für ihre Radverkehrsinfrastruktur bedacht werden möchten. Und dann dauern die Genehmigungsverfahren teilweise so lange, dass steigende Baukosten Projekte schon scheitern lassen, bevor der Förderbescheid vorliegt“, so Thorsten Mann, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Tornesch-Uetersen.

Aber auch im Kreis Pinneberg sei noch viel zu tun, attestiert Thomas Lippert. Noch immer befinde sich ein großer Teil der über 500 Kilometer Radwege im Kreis Pinneberg in einem desolaten Zustand. Auch seien Radwege oftmals viel zu schmal oder endeten plötzlich im Nirgendwo.

„Um noch mehr Menschen aufs Rad zu bekommen und einen echten Beitrag zur Mobilitätswende und letztlich auch zum Klimaschutz zu leisten, müssen wir die Frage nach der Flächengerechtigkeit stellen“, fordert auch der Pressesprecher der ADFC-Ortsgruppe Wedel, Andreas Haemisch. Wenn Radwege nicht gebaut würden, weil dies Pkw-Parkplätze koste, und an ÖPNV-Haltestellen sichere Abstellmöglichkeiten fehlten, dann bliebe eine Verdoppelung des Radverkehrsanteils bei uns um Kreis eine Illusion. Dabei ist der bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Kreis des Landes mit seinen kurzen Wegen dazu prädestiniert, zu einem Vorreiter in Sachen Mobilitätswende zu werden.

Zur Fahrraddemo am Internationalen Weltfahrradtag laden die ADFC-Ortsgruppen Elmshorn, Halstenbek, Pinneberg, Rellingen, Schenefeld, Tornesch-Uetersen und Wedel ein. Gestartet wird von 8 verschiedenen Orten im Kreis Pinneberg.

Teilnehmende aus Elmshorn, Tornesch und Uetersen treffen sich am Rathaus Uetersen und starten von dort um 22 Uhr mit Polizeibegleitung in Richtung Haseldorfer Hafen.

Teilnehmende aus den anderen Städten starten jeweils um 21 Uhr und treffen sich zur gemeinsamen Weiterfahrt in Appen-Etz (Dorfstraße / Wedeler Chaussee), wo die Fahrt um 22 Uhr fortgesetzt wird:

Abfahrtsorte:
• Schenefeld, Rathaus/Holstenplatz
• Rellingen, Rathaus
• Halstenbek, Rathaus
• Pinneberg, Rathausplatz
• Wedel, Rathausplatz

Die Ankunft im Haseldorfer Hafen ist für 23 Uhr geplant.

Die ADFC-Ortsgruppen bieten eine geführte Radtour zurück zum Startort für alle an, die nachts nicht alleine zurückfahren möchten. Die Abfahrtszeiten für den Rückweg werden auf der Demo bekanntgegeben.

Foto: Matthias Walenda / ADFC-Ortsgruppe Pinneberg


Thorsten Mann

„Gib einem Menschen einen Fisch, und er kann sich einen Tag ernähren. Lehre einem Menschen das Fischen, und er kann sich sein Leben lang ernähren. Lehre einem Mann das Radfahren, und er merkt, dass das Fischen ein langweiliger Zeitvertreib ist.“ – Desmond Tutu

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